Mrz 272018
 

Das Gottesdrama erreicht seinen Höhepunkt. Noch hallt der Ruf der Prophetenbücher in der Liturgie des Advents nach: Gott ist ein naher Gott – Immanuel. Keine ferne Idee, sondern ein Gott, der hineinkommt in die menschliche Sphäre und den Weg des Menschen mitgeht. Aber wie weit geht das? Wann hat das Drama ein Ende? Es gibt kein Ende, erzählen uns die Mysterien der Kar- und Ostertage: Gott geht mitten hinein in Leid und Tod. Ja sogar noch weiter. Er geht bis hinein in die Gottverlassenheit. „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ schreit der Heiland am Kreuz. Der von Gott verlassene Gott – welch ein Paradox. Auch wenn nichts mehr zu spüren ist, kein Glaube und keine Hoffnung mehr trägt, das Nichts seinen gnadenlosen Schlund aufreisst – ist Gott nicht fern. Er ist der, der da ist – trotz allem. Da für mich und dich. Auferstehung geschieht aus dem Nichts. Ein neues Licht wird in der totalen Finsternis geschaffen. Ostern beginnt im Grab, nämlich dann wenn eigentlich alles vorbei ist. Es kann weiter gehen… Frohe Ostern allen.

Markus Wentink und das ganze Pfarreiteam