Aug 312018
 

… war und ist dieser Sommer. Ich mag die Wärme, liebe eine Abkühlung im Wasser und geniesse es, wenn ich Fahrrad fahren kann ohne von Regen überrascht zu werden. Doch in diesem Sommer hat mich die Hitze beunruhigt. Sind wir gerade dabei den schmalen Pfad des freundlichen, kleinen Lebensraums Erde zu verspielen, geht mir immer und immer wieder durch den Kopf. Die Klimaforscher legen uns diese Erkenntnis nahe mit guten Argumenten und fordern die Politik und die Gesellschaften zum Handeln und Umdenken auf.

Als Christin möchte ich einen Beitrag leisten zu diesem Umdenken und dieser Umkehr. Eine spirituelle Grundhaltung, die ich mit anderen Religionen teile, steckt für mich dahinter. Gott hat uns diese Welt geschenkt oder vielleicht auch nur geliehen. Nicht nur für mich ist diese Erde gedacht, sondern auch für die Menschen auf der südlichen Halbkugel, und für die, die nach mir kommen werden. Meine, unsere Kinder, Enkeln und Urenkeln sollen noch gut und gerne auf dem blauen Planeten leben können. So wird die ökologische Frage auch zur sozialen Zukunftsfrage, die uns mit den ärmeren Ländern zusammenschweisst und mit der Zukunft verbindet. Deshalb spricht Papst Franziskus in seiner Umwelt Enzyklika „Laudato si“ von einer einzigen, umfassenden sozio-ökologischen Krise: Umweltschutz, Armutsbekämpfung und der Einsatz für Menschenwürde gehören für ihn untrennbar zusammen. Einen wirklich ökologischen Lösungsansatz sieht Franziskus deshalb immer auch in einem sozialen Ansatz, „der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnimmt, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde“. Nicht zuletzt, weil von der Öko-Krise die Armen am schlimmsten betroffen sind. Die Lösungen können deshalb für den Papst nur in einer „ganzheitlichen Ökologie“ oder „Human-Ökologie“ liegen.

Die Erfahrung von Dürre, Hitze und Ernteausfällen ist uns in diesem Sommer auch in Europa auf den Leib gerückt. Und wir verstehen ein wenig besser, dass Menschen fliehen werden, wenn sie keine Lebensgrundlage mehr haben. Wir werden nur gemeinsam leben und überleben oder gar nicht oder wollen wir um Wasser Kriege führen? Ich frage mich nach diesem Sommer ganz ernsthaft: was ist mein Beitrag zu einem veränderten Lebensstil, damit es keine Neuauflage der „Hölle“ gibt. Jeder kleine Beitrag zählt. Vielleicht wird er sich ja 8 Millionen Mal vervielfachen.

Ingrid Schell, Seelsorgerin

Zitate nach: Enzyklika „Laudato Si“