Dez 222020
 

Es wird ein anderes Weihnachtsfest sein als sonst. Gedämpfte Stimmung, Sorge um Freunde oder Angehörige, die infiziert oder in Quarantäne sind, sich ständig ändernde Spielregeln in Gesellschaft, Gewerbe und auch bei den Kirchen. Eigentlich sollten wir bald «O Du Fröhliche» singen – aber bringen wir das dieses Jahr über die Lippen? Und wenn, dann geht das erlaubt nur in den eigenen vier Wänden. Die Aufzählung der aktuellen Sorgen könnten jede/r von uns an dieser Stelle weiterführen: Unsere Gedanken sind voll davon. Ich lade Sie heute zu einem Perspektivenwechsel ein. Die Geschichte von Weihnachten ist ihrem Ursprung nach ja eine dramatische: Ein Paar unterwegs, sie hochschwanger und niemand wollte ihnen eine Unterkunft für die Geburt geben – das erinnert mich spontan an das im Coronajahr viel zitierte Wort vom «Beherbergungsverbot». Die Geburt erfolgte dann in einem Viehstall, «weil in der Herberge kein Platz für sie war». Nicht gut. So wie bei uns aktuell: Nicht gut. Die frohe Botschaft aber war und ist – trotz der widrigen Umstände: Gott wird Mensch. Auch unter uns heute und gerade in der Zeit widriger Umstände. Wir sind eingeladen, dieser FROHEN Botschaft in uns Raum zu geben, das Positive zu fördern – gerade in eben dieser Zeit widriger Umstände: Anderen etwas Gutes tun zum Beispiel. Das lateinische Wort benedicere heisst wörtlich «Gutes sagen» und wird übersetzt mit dem deutschen Wort «segnen». In dem wir einander etwas Gutes sagen, bringen wir Segen in die Welt. Bringen Sie anderen ein Segenswort mit den Christbaumkugeln vor der Kirche. Geben Sie das Friedenslicht weiter. Licht tut gut in dieser dunklen Zeit und wenn man Kerzenlicht teilt, wird es nicht weniger sondern immer mehr und immer heller. Sind Sie in diesem Advent schon am wunderschön erleuchteten Binninger oder Bottminger Schloss vorbei gegangen? Das lässt das Herz vor Freude springen und hilft unsere  Seele aufzutanken. Ihnen eine hoffnungsvolle und gesegnete Weihnachtszeit!

Carsten Gross